Religionsgemeinschaften brauchen Schutz und Sicherheit, um ihren Glauben in Frieden und Freiheit ausüben zu können. Angesichts der aktuellen Bedrohungssituation in Rojava und Nordsyrien haben wir Verteter:innen von Êsiden, Muslimen, Christen und Alewiten eingeladen, ihre Religionsgemeinschaft vorzustellen und sich auszutauschen.

Das „Zweistromland“, ein fruchtbares Land zwischen den zwei großen Flüssen Euphrat und Tigris ist Sitz mehrerer Religionen. Das war die Idee zu unserem interreligiösen Dialog im Rahmen von „48 Stunden Spandau“.

Ezid:innen, syrisch-orthodoxe Christ:innen, Muslim:innen und europäische Christ:innen an einem Tisch. Themen des Alltags und der Religion wurden von Superintendent Kunz moderiert.

Der Gebetsort wurde zum Beispiel sehr different beschrieben. Während die Eziden als älteste Religion, ihr Gesicht zur Sonne drehen und damit Gott ganz nah sind zum Gebet, gibt es im Islam einen Sakralbau, eine Moschee mit der Ausrichtung nach Mekka Richtung Osten. Allerdings ist das Beten an einem ruhigen Ort ebenso möglich. Die syrisch-orthodoxen Christ:innen betonen die Taufe und das bewusste Erleben derselben. Dazu benötigen sie einen heiligen Ort. Die europäischen Christ:innen sind es durch Jahrhunderte gewohnt in Kirchen zu beten, wobei nach Martin Luther „das stille Kämmerlein“ auch gut zum Beten ist.

Unter anderem kamen mehrere Überlegungen auf. Der Völkermord an den Eziden wurde mit verbindenden und versöhnenden Worten von Seiten des Imams genannt. Damit hat er den Teilnehmenden der ezidischen Religion eine große Wertschätzung ausgesprochen.

Eine Teilnehmerin ließ uns wissen, dass so ein versöhnender und aufklärender Austausch auch gut an Schulen, Universitäten und ähnlichen Ausbildungsstellen sei. Dies würde den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland stärken.

Leider blieb zu wenig Zeit zum Weiterreden. Wir würden dies Format gerne wiederholen und weiterführen.

Für das Hînbûn-Team Brigitte Körner

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