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HÎNBÛN - Bildungs- und Beratungszentrum für Frauen und ihre Familien
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Im kulturellen Leben der einst durch feudale Schranken und heute durch Staatsgrenzen voneinander getrennten Kurden muss die Musik über ihre normalen Funktionen hinaus auch die Rolle des bevorzugten, d. h. einzigen Kulturträgers spielen. Sie erfüllt eine spezifische, grundlegende soziale Aufgabe. Von den Geschichtsdarstellungen bis hin zur Lyrik, zu den Epen und bestimmten Werken der Prosaliteratur wird alles vertont und gesungen, damit es umso besser auswendig gelernt und der Nachwelt überliefert werden kann.

Die kurdische Musik ist also im Wesentlichen volkstümlich. Die Umstände ihrer Entstehung sind sehr unterschiedlich und nur schwer zu präzisieren. Ursprünglich existiert das Volkslied nur vokal. Es wird häufig von einer Frau zum Ausdruck ihrer Traurigkeit oder seltener ihrer Freude gedichtet und gesungen. Es kann aber auch beim poetischen Wettstreit junger Männer und Mädchen beim Abstieg von den Bergweiden entstehen oder bei anderen Gelegenheiten, wenn junge Leute zusammenkommen: nachts auf dem Dorfplatz, bei der Neujahrsfeier und bei Hochzeitsfesten, die drei Tage bis drei Wochen dauern können. Ebenso können Volkslieder unter dem Eindruck tragischer Ereignisse entstehen.

Ist das Lied einmal fertig, wird es durch eine instrumentale Begleitung ergänzt, und bald gerät die Person des Dichters durch das Dazwischentreten der dengbêj (Barden) in Vergessenheit, denn auf ihren Wanderungen von Dorf zu Dorf, von Lagerplatz zu Lagerplatz verbreiten diese das Lied und machen es populär.

Die mitrib (Unterhalter) oder cengene, halbprofessionelle Musiker "zigeunerischer" Herkunft, sind hingegen oft nur Ausführende. Sie beherrschen def (große Rahmentrommel) und zirne (Oboe) meisterhaft und beleben lokale Feste ebenso wie Hochzeitsfeiern.

Ein dengbêj ist ein Bauer, der über ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis sowie über eine gute Stimme verfügt und vielleicht ein Instrument beherrscht. Er begnügt sich nicht mit der Verbreitung fremder Werke im ganzen Lande und mit einer erfolgreichen Vermittlerrolle bei der Entfaltung einer kurdischen Kultur: Er selbst ist Schöpfer, Dichter und Komponist.

Das von Generation zu Generation mündlich überlieferte Lied behält im Allgemeinen die ursprüngliche Formulierung recht genau bei. Die Melodie ist jedoch nur ein sehr lockerer Rahmen. Sie ist ständiger Veränderung und stetiger Erneuerung unterworfen. Diese Erneuerung ist im Übrigen eine Quelle der Vervollkommnung und ein Unterpfand für den Fortbestand des Liedes. Der Interpret beschränkt sich nur selten auf die Ausführung: Er gibt sich große Mühe und setzt seine ganze Begabung ein, um jedes Werk aus seinem Repertoire zu verbessern, neu erstehen zu lassen und unter Umständen mit solchen Instrumenten zu begleiten, die bis dahin noch bei keiner Interpretation zuvor verwendet worden sind.



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